Hydraulischer Abgleich

Hydraulischer Abgleich – geringe Kosten, hoher Nutzen

Ob neues Heizsystem oder Sanierung mit Wärmepumpe: Eine passend eingestellte Wärmeverteilung ist entscheidend für Komfort und Effizienz.

Marcel von Zons
Marcel von ZonsVeröffentlicht am 17. Februar 2023 · 8 Minuten Lesezeit
Schematische Heizreport-Ansicht für den hydraulischen Abgleich

Werden einzelne Heizkörper nicht richtig warm, rauschen Ventile oder unterscheiden sich die Raumtemperaturen deutlich, kann die Wärmeverteilung der Anlage unausgeglichen sein. Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass jede Heizfläche den benötigten Volumenstrom erhält.

Die Maßnahme kann den Komfort verbessern, Strömungsgeräusche reduzieren und einen effizienteren Anlagenbetrieb ermöglichen. Besonders in Verbindung mit niedrigen Systemtemperaturen und Wärmepumpen ist eine abgestimmte Hydraulik wichtig.

Welche Vorteile bietet der hydraulische Abgleich?

Wasser sucht sich im Rohrnetz den Weg mit dem geringsten Widerstand. Ohne Einregulierung können nahe gelegene Heizkörper überversorgt werden, während weiter entfernte Heizflächen zu wenig Heizwasser erhalten. Voreinstellbare Thermostatventile, Pumpeneinstellungen und gegebenenfalls Strangarmaturen gleichen diese Unterschiede aus.

  • gleichmäßigere Wärmeverteilung in den Räumen
  • weniger Fließ- und Ventilgeräusche
  • niedrigere Rücklauftemperaturen
  • passende Volumenströme für Heizkörper und Wärmeerzeuger
  • bessere Voraussetzungen für einen effizienten Wärmepumpenbetrieb

Welche Berechnungsgrundlage wird benötigt?

Für eine belastbare Berechnung werden die Heizlast jedes Raumes, die vorhandenen oder geplanten Heizflächen und die vorgesehenen Systemtemperaturen benötigt. Daraus lassen sich die erforderlichen Heizflächendurchflüsse ableiten.

Heizreport berechnet den hydraulischen Abgleich auf Grundlage der raumweisen Projektdaten nach VdZ-Verfahren B.

Heizung in drei Schritten einstellen

1. Bestand aufnehmen

Zunächst werden Gebäude, Räume, Heizflächen und die vorhandenen Ventile dokumentiert. Außerdem werden die geplanten Vor- und Rücklauftemperaturen sowie die Eigenschaften der Heizkreise festgelegt.

2. Heizlast und Heizflächen vergleichen

Die Leistung jeder Heizfläche wird mit der Heizlast des zugehörigen Raumes verglichen. So wird sichtbar, ob vorhandene Heizkörper bei der geplanten Systemtemperatur ausreichend Leistung abgeben oder angepasst werden müssen.

3. Volumenströme und Einstellwerte umsetzen

Aus der benötigten Heizleistung und der Temperaturspreizung ergeben sich die Volumenströme. Passend zum Ventil werden daraus konkrete Einstellwerte berechnet. Die Fachkraft überträgt diese Werte auf die Anlage und passt die Pumpe an.

Welche Faktoren spielen eine Rolle?

  • Gebäudegröße und raumweise Heizlast
  • Art, Größe und Leistung der Heizflächen
  • Zustand und Bauart der Ventile
  • Vor- und Rücklauftemperatur des Heizsystems
  • Anzahl und Aufbau der Heizkreise
  • Förderhöhe und Betriebsweise der Umwälzpumpe

Besonderheiten bei Bestandsgebäuden

In bestehenden Anlagen sind Rohrlängen, Nennweiten und der genaue Rohrnetzverlauf häufig nicht vollständig bekannt. Das VdZ-Verfahren B ermöglicht dennoch eine systematische Berechnung, indem die Anlage in hydraulisch sinnvolle Bereiche gegliedert und mit nachvollziehbaren Annahmen gearbeitet wird.

Heizreport verbindet die Heizlast, Heizflächenprüfung und Ventilauswahl in einem Projekt. Die berechneten Einstellwerte, Volumenströme und technischen Nachweise stehen anschließend für die Umsetzung und Dokumentation bereit.

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